Die Liebfrauenkirche in Eisenerz

Filialkirche Mariä Geburt

Baugeschichte:
Die Eisenerzer Marktkapelle „Unser Lieben Frauen Kapelle“ – in zentraler Lage auf dem ehemaligen Marktplatz  - ist mittelalterlichen Ursprungs. Erwähnt wird sie erstmals 1453. Sie gehörte eigentlich zum Bürgerspital, dessen Hauskapelle sie ursprünglich gewesen sein dürfte. Wegen des beschwerlichen Aufstiegs zur Pfarrkirche St. Oswald, vor allem im Winter, wurde sie bald auch von der Eisenerzer Bürgerschaft gerne aufgesucht.

 Großzügige Stiftungen Innerberger Bürger und Radmeister ermöglichten nicht nur den vergrößerten Neubau der Kapelle (1478 – 1490), sondern auch die Errichtung einer eigenen „Kaplanei“ und die Ausstattung des Gotteshauses. Patrone der neuen Kapelle waren neben der Hl. Jungfrau auch die Heiligen Andreas, Florian und Ottilia.

 Zwei verheerende Brände zerstörten nicht nur zahlreiche Bürgerhäuser von Eisenerz, sondern richteten auch großen Schaden an der Marktkapelle an. Bei der Feuersbrunst von 1615 brannte der Turm ab, die Glocken wurden zerstört. Beim großen Brand von 1745 ging auch das „Herz des Marktes in Flammen auf“, heißt es in einem amtlichen Bericht. Beim folgenden Wiederaufbau hat das Gotteshaus im Großen und Ganzen seine heutige Gestalt erhalten.

Den „gotischen“ Turm erhielt die Kirche 1877, die teilweise gotisierenden Fensterleibungen erst 1961. Damals wurde auch der Innenraum wesentlich verändert. Die Kirche verlor ihren barocken Charakter und wurde im Stil der 1960er Jahre völlig neu gestaltet.

 Die jüngste Innenrenovierung 2007/2008 war auch mit größeren Umbau- bzw. Rückbau-arbeiten verbunden. Nach Entwürfen der Grazer Architekten Certov & Morianz wurde die Empore samt Aufgang neu konzipiert und ein Fußgängerdurchgang errichtet. Der Fußboden, der Eingangsbereich, die Nebenräume und Fenster wurden neu gestaltet.

 Ausstattung
Über die Innenausstattung in ältester Zeit sind wir nicht unterrichtet. Auch von der barocken Einrichtung sind nur noch einzelne Elemente vorhanden. Beim Umbau der Kirche 1961 wurden die 3 Altäre, die Kanzel und die hölzernen Emporen abgetragen „und die vielen Bilder, Engel und Verzierungen entfernt“, heißt es in der Pfarrchronik lapidar.

 Bei der jüngsten Renovierung wurden die noch vorhandenen Bilder und Figuren der Barockeinrichtung z. T. neu angeordnet und durch zeitgenössische Elemente ergänzt:

In den Nischen im Eingangsbereich stehen die Apostelfürsten Petrus und Paulus, einst Assistenzfiguren am barocken Hochaltar. Das Patroziniumsbild „Mariä Geburt“ vom Eisenerzer Maler Johann Max Tendler (1811 – 1870) hängt an der Nordwand – dem Eingang gegenüber. Von ihm stammen wohl auch die Bilder der Hl. Mutter Anna vom linken Seitenaltar und das Bild der Hl. Barbara an der Südwand. Das Blatt des ehemaligen Rechten Seitenaltars zeigt den Hl. Antonius von Padua mit Jesuskind. Rechts in der Nische steht die spätbarocke Statue „Maria Immaculata“.

Mitte der Kirche ist der Altar. Er wurde vom Grazer Architekten Wolfgang Feyferlik für die Papstmesse in Mariazell (8. September 2007) geschaffen. Das Material, aus dem er gefertigt ist (Stahl), die lange Wallfahrtstradition der Eisenerzer nach Mariazell, die ihren Ursprung im oben erwähnten Brand von 1745 hat, sowie das gemeinsame Patrozinium Mariä Geburt waren gute Gründe, den Papst-Altar nach Eisenerz zu holen.

Der Gekreuzigte, das zentrale Bild in der Apsis, hing ursprünglich wohl am alten Friedhofkreuz im Kirchhof von St. Oswald.

Die weitere künstlerische Gestaltung des Altarraumes wurde 2009 von Roswitha Dautermann vorgenommen.

 

                                                                                               Pfarrer Anton Reinprecht 



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