© August Zoebl

Kirchenburg St. Oswald - August Zoebl

Kirchenburg St. Oswald

Die Geschichte und Geschicke der Stadt Eisenerz sind aufs Engste mit dem Eisenbergbau am Steirischen Erzberg verwoben. Diese Geschichte spiegelt sich auch in der Entwicklung der Gotteshäuser wieder.

Eine erste Kirche auf dem Vogelbichl, einem hügeligen Ausläufer der Erzberges, wurde um 1279 erbaut und dem Heiligen Oswald geweiht. An ihrer Stelle wurde ab 1470 unter Kaiser Friedrich dem Dritten die imposante Wehrkirchenanlage im spätgotischen Stil errichtet. Am 2. Juli 1512 wurde die Kirche geweiht und 1530 zur Pfarrkirche erhoben.

Nach der ersten Türkenbelagerung Wiens 1529 wurde die Wehranlage verstärkt und zur Fluchtburg ausgebaut. Heute ist der Eisenerzer Tabor die größte erhaltene Kirchenburg Österreichs.

Im 18. Jhd. wurde der Turm mit einem Zwiegelhelm versehen und die Kirche mit barocken Altären ausgestattet. Vor 100 Jahren wurde die Kirche im gotischen Stil zurückgebaut. Aus dieser Zeit stammen die Altäre, die Glasfenster, die Apostelfiguren im Chorraum sowie die geschmiedete Kanzel. Die barocken Altarbilder wurden an den Seitenwänden des Chores angebracht. Der „Volksaltar“ , der Ambo und das barocke Triumphbogenkruzifix wurden 1993 installiert, der Altar auch konsekiert.. Beim Blick nach hinten beeindruckt die aus Kunststein gefertigte Doppelkanzelempore über dem ehemaligen Westportal. Neuesten Forschungen zufolge ist sie ein reformatorisches Werk und atmet im Kontrast zum gotischen Kirchenbau den „neuen Geist“ der Renaissance.

Wieso dieses interessante wie  rätselhafte Bauwerk die Gegenreformation in Eisenerz überstanden hat bleibt vorerst ungeklärt.

Das letzte Bild, das einem beim Verlassen der Kirche ins Auge fällt, ist das vom verlorenen Paradies im gotischen Tympanon beim Nordausgang. Es ist aber nicht das Letzte. Aufgehoben wurde es durch jenes erste, das man auf der Außenwand des mächtigen Vorwerkes sieht, bevor man die Kirchenburg betritt.

 

Pfarrer Anton Reinprecht

  



Grüß Gott auf unserer Website! Wir verwenden Cookies, um die Bereitstellung unserer Inhalte und Services zu erleichtern. Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.Mehr Informationen

OK